Akte/Band
Flüchtlinge. Enthält: Akten der Fremdenpolizei und der Kantonspolizei (vgl. die Bestandesgeschichte), Fotosammlung Dissertation Franco Battel.
Title
Flüchtlinge.
Enthält: Akten der Fremdenpolizei und der Kantonspolizei (vgl. die Bestandesgeschichte), Fotosammlung Dissertation Franco Battel.
Stage
Bestand
Period of origin
1931 - 1989
Type of item
Akte/Band
Bestandsgeschichte
Akten der Fremdenpolizei (1931 - 1951)
Bis Herbst 1942 erhielten Flüchtlinge (sofern der Bund zustimmte) kantonale Aufenthaltsbewilligungen (=Toleranzbewilligungen). Sie unterstanden der Kontrolle der kantonalen Fremdenpolizeien. Die Schaffhauser Fremdenpolizei legte über jeden sich im Kanton aufhaltenden Flüchtling eine Akte an.
Die Flüchtlingsakten der Schaffhauser Fremdenpolizei sind alphabetisch geordnet. Zu ihnen gehören die ebenfalls alphabetisch geordneten Karteikarten. Diese enthalten teilweise ausführliche Zusammenfassungen über den Inhalt der dazugehörenden Akten.
Da weitaus mehr Karten als Akten vorhanden sind, muss angenommen werden, dass zahlreiche Akten vernichtet, beim Wegzug von Flüchtlingen in andere Kantone an deren Fremdenpolizeien weitergegeben oder Karten ohne dazugehörende Akten angelegt wurden.
Für die Jahre 1933 - 1938 sind lediglich einige Karten (ohne Akten) von politischen Flüchtlingen erhalten. Ab 1938 sind Karten und Akten von geflohenen Jüdinnen und Juden und ab 1940 (bis 1942) zahlreiche Karten (in seltenen Fällen auch Akten) von entwichenen französischen und polnischen Kriegsgefangenen vorhanden.
Akten der Kantonspolizei (1943 - 1947)
Ab Herbst 1942 gingen die meisten Flüchtlinge direkt in die Obhut des Bundes über und traten zum Kanton in kein fremdenpolizeiliches Verhältnis mehr. Die Kantonspolizei hatte lediglich eine erste Einvernahme der eingereisten Flüchtlinge vorzunehmen und diese nach kurzem Aufenthalt in ein vom Bund unterhaltenes Lager weiterzuleiten. Das Einvernahmeprotokoll war in vierfacher Ausführung (Original mit drei Durchschlägen) anzufertigen. Das Original ging mit einem der Durchschläge an die Eidgenössische Fremdenpolizei in Bern. Das Kommando der Kantonspolizei in Schaffhausen und der Polizeiposten, wo die Einvernahme des aufgegriffenen Flüchtlings stattgefunden hatte, erhielten weitere Durchschläge.
Diese Durchschläge bilden den Hauptteil der Flüchtlingsakten der Kantonspolizei. Zwei alphabetisch geordnete Karteien erschliessen die nummerierten und chronologisch geordneten Unterlagen. Dabei reicht die erste Kartei von 1943 bis zum Ende des Krieges im Mai 1945, die zweite von diesem Zeitpunkt bis ins Jahr 1947. Diese Aufteilung wurde vorgenommen, da es sich bis zum Kriegsende um aus Deutschland in die Schweiz übergetretene Flüchtlinge handelte (entwichene Kriegsgefangene, Deserteure, Zwangsarbeiter- bzw. Zwangsarbeiterinnen und in seltenen Fällen auch um jüdische und politische Flüchtlinge), nach Kriegsende um Flüchtlinge, die über den Grenzposten bei Thayngen-Bietingen wieder nach Deutschland zurückgeführt wurden.
Akten der Kantonspolizei (1965 - 1988)
Ab 1965 sind Akten der Kantonspolizei über tschechische, ungarische, vietnamesische und andere Flüchtlinge erhalten. Es handelt sich dabei meist um Berichte, Rapporte und Korrespondenzen anderer Verwaltungsabteilungen, die als Kopien zu den Unterlagen der Kantonspolizei kamen.
Diese Akten wurden alphabetisch geordnet und sind zudem über ebenfalls alphabetisch geordnete Karteikarten erschlossen. Einzelne Karten enthalten ausführliche Zusammenfassungen vom Inhalt der dazugehörenden Akten.
Da weitaus mehr Karten als Akten vorhanden sind, muss angenommen werden, dass zahlreiche Akten vernichtet, beim Wegzug von Flüchtlingen in andere Kantone an deren Fremdenpolizeien weitergegeben oder Karten ohne dazugehörende Akten angelegt wurden.
Zum Thema Flüchtlinge in Schaffhausen ist im Jahr 2000 als 77. Band der Schaffhauser Beiträge zur Geschichte die Dissertation "«Wo es hell ist,
dort ist die Schweiz». Flüchtlinge und Fluchthilfe an der Schaffhauser Grenze zur Zeit des Nationalsozialismus" von Franco Battel erschienen. Die für diese Publikation verwendeten Fotografien, teils inklusive Negative, wurden im Staatsarchis Schaffhausen archiviert, da es sich um die einzigen vorliegenden Abzüge derselben handelt. Die Dissertation von Battel liegt in der Bibliothek des Staatsarchives unter der Signatur HZ 33/77 vor.
Protection period
100 years
Physical usability
Gesuchspflichtig
Schutzfrist
100 Jahre
Veröffentlichungen
Franco Battel. "Wo es hell ist, dort ist die Schweiz". Flüchtlinge und Fluchthilfe an der Schaffhauser Grenze zur Zeit des Nationalsozialismus. Zürich 2000. (Schaffhauser Beiträge zur Geschichte; 77)